Jesus Christus ist das Zentrum unserer Gemeinde.
Hier sind wir zu Hause.
Wir wollen Gott die Ehre geben und mit unseren Gaben Menschen zur Nachfolge Jesu einladen. Leitbild der Kirchengemeinde

Der Mann, um den es heute geht, sitzt im Knast. Er geht auf und ab, hin und her, her und hin. Gedanken quälen ihn.
Johannes der Täufer, der Vorbote des Messias, sitzt in der Festung Machärus gefangen. König Herodes Antipas hat ihn gefangen genommen.
Und Jesus predigt, tut Wunder allenthalben, aber ihn lässt er sitzen. Dabei sollte der Messias doch auch kommen, um die Gefangenen frei zu machen.

Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen:
Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? (Mt. 11,2-3)

Also gehen sie und fragen Jesus. Aber der sagt nicht: „Ja, ich bin es“. Das wäre doch so schön einfach gewesen. Die Johannesjünger kommen zurück nach Machärus. Nächste Besuchszeit: „Johannes, alles klar, grünes Licht, es läuft, er ist es.“

Doch was antwortet Jesus?

Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht:
Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt. (Mt. 11,4-5)

„Berichtet, was ihr gehört und gesehen habt!“.
Es war doch eine klare Frage. Warum keine klare Antwort? Warum sagt Jesus nicht: „Ich bin es“?
Weil er das nie sagt! Nicht bei Petrus und auch nicht bei seiner Verurteilung durch Pilatus.
Es gibt eigentlich keine Aussage, wo Jesus das so gerade heraus und deutlich sagt: „Ich bin der Messias“.
Jesus weiß, in dem Moment, wo das infrage steht, hilft doch eine Beteuerung seinerseits nicht mehr weiter.

Nicht, ob er sich für den Messias hält, ob Sie ihn dafür halten, ist doch die Frage.
Nicht, ob er das glaubt, sondern ob Sie ihm das glauben.

Ein Beispiel: Sie werden von der Polizei angehalten. Aber Sie sind ein bisschen skeptisch, ob das in Wahrheit Polizisten sind. Die Uniform sitzt ein bisschen schnodderig. Die sind noch sehr jung.

Wie kommen Sie da weiter?
Mit der Frage: „Sind Sie Polizisten?“.
Da werden die nicht sagen: „Nein, wir haben uns nur verkleidet und Sie zum Spaß angehalten“.
Wenn das ein Spaß ist, dann werden die doch ab jetzt ihre Rolle nur umso glaubwürdiger spielen.

Wie kommen Sie an die Wahrheit ran? – Über die Dienstmarke? Wissen Sie, wie die aussehen muss, damit die echt ist?
Was Ihnen helfen würde, wäre nur eine anhaltende Beobachtung. Ein „Ja, ich bin’s“ hilft nicht weiter.

Darum sagt Jesus: „Hört und seht“.
Darum kommt die Frage an Jesus wie ein Bumerang immer wieder zu den Fragenden zurück:
„Was sagst du? Bild dir deine Meinung!“
Wir müssen wissen, wie wir uns zu ihm verhalten, wer er ist.

Wissen Sie, wer Jesus für Sie ist?
Haben Sie eigentlich eine klare Position?
Haben Sie eine Antwort auf die Anfrage des Johannes?

Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?
Ist Adventszeit für Sie Warten auf den Gottessohn oder warten Sie auf was anderes?

Glauben Sie, dass die Hoffnung dieser Welt in diesem Namen steckt?
Glauben Sie, dass die Rettung Ihres Lebens hier ihren Ausgang nimmt?
Ist er es oder wollen Sie auf einen andern warten?
Kommt und seht!

Ein solche Adventszeit wünscht Ihnen Ihr
Pfr. Thomas Ehlert

(aus Gemeindebrief 4/2016)