Jesus Christus ist das Zentrum unserer Gemeinde.
Hier sind wir zu Hause.
Wir wollen Gott die Ehre geben und mit unseren Gaben Menschen zur Nachfolge Jesu einladen. Leitbild der Kirchengemeinde

Der Autofahrer an der Ampel neben mir kurbelt die Scheibe runter: „Sind Sie noch zu retten?“, raunzt er mich an. „Sie haben mich voll geschnitten“.
„Bist du noch zu retten?“, höre ich mich selber schimpfen, nachdem das ganze Badezimmer schwimmt, weil einer der Sprösslinge vom Badewannenrand für das Turmspringen in der Freibadsaison geübt hat.
„Bist du eigentlich noch zu retten...“; das heißt doch wohl: Das, was du tust, ist so dämlich, dumm und daneben, dass ernsthaft infrage zu stellen ist, ob man dir noch helfen kann.

Sind Sie noch zu retten?

Die Gnade Gottes ist erschienen,
um alle Menschen zu retten.

So Paulus in seinem Brief an Titus (Titus 2, Vers 11).

Gott fragt scheinbar nicht, ob da noch was zu retten ist.
Er überlegt nicht, ob das den Aufwand lohnt.
Er wägt nicht ab. Er schimpft nicht und klagt nicht.

Er rettet.

Gott beantwortet die Frage: „Bin ich noch zu retten?“ mit einem dicken „Ja!“.

Er hat seine Rettungsaktion schon längst gestartet und an Ostern durch die Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus von den Toten erfolgreich abgeschlossen.

Rettung ist möglich. Jetzt liegt es an uns.

 

Aber da gibt es zwei Einwände, mit denen wir unsere eigene Rettung blockieren.

Der erste heißt:
„Ich bin doch nicht mehr zu retten!“

Er wird von Menschen formuliert, die unter den Fehlern und Verfehlungen ihres Lebens wirklich leiden.
Die mit sich selbst ins Gericht gehen und vor sich selbst nicht bestehen können.
Die wissen, dass der Restwert ihres Lebens eine Reparatur, eine Rettung nicht lohnt.
Die es darum nicht begreifen können, dass sie Gott seinen eigenen Sohn wert sind.
Die darum glauben, Gott hätte sie allemal und längst abgeschrieben.
Sie verstehen nicht, dass Gottes Gnade Amnestie bedeutet, die eben nicht danach fragt, was war.

Der zweite Einwand heißt:
„Ich bin doch nicht zu retten!“

Er wird von Menschen formuliert, die die Provokation dieses Verses verstanden haben.
Wenn Gott retten muss, dann müsste es ja schlimm um mich stehen.
„Ich brauche keine Rettung“, sagen sie.
„Mein Leben ist nicht in der Gefahr abzusaufen. Ich habe es eigentlich ganz gut im Griff.“

 

Ich werde mich hüten, hier zu widersprechen. Nur möchte ich zu bedenken geben, ob das nicht ein Leben ist nach dem Motto:
Keine Panik auf der Titanic!

Die Leute damals auf dem Luxusliner waren schon längst nicht mehr zu retten, als sie noch fröhlich tanzten und sich an der Bar einen neuen Cocktail einschenken ließen.
Man muss den Eisberg nicht sehen, um an ihm zu kentern.
Man kann lange krank sein, bevor die Krankheit ausbricht.
Man kann auf einer schönen Straße fröhlich fahren und merkt noch nicht, dass es eine Sackgasse ist.

 

Merke: Rettung ist nicht erst dran, wenn ich mich danach fühle.

Darum möchte ich Ihnen mit dem Bibelwort zurufen: „Lassen Sie sich retten!“

Gehen Sie Schritte auf Gott zu.
Vielleicht erst mal einen ganz kleinen, vorsichtigen, tapsigen Schritt.
Ein Gebet, das sagt: „Ich will lernen anzunehmen, was du in Jesus für mich getan hast. Hilf mir dabei!“

Herzlichst Ihr
Pfr. Thomas Ehlert

(aus dem Gemeindebrief 3 / 2016)