...oder auch Haus des Gebetes, das lernten die Frauen der Frauenhilfe Rothenuffeln-Haddenhausen, die sich am 18. Mai 2016 zu ihrem diesjährigen Ausflug auf den Weg nach Petershagen gemacht hatten.
Nachdem man sich im „Alten Fischerhaus“ mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatte, wanderten die Frauen zu ihrem eigentlichen Ausflugsziel:
Die Alte Synagoge in Petershagen wurde während der Pogromnacht am 10. November 1938 verwüstet und die Inneneinrichtung wurde zerstört. Die „Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen“ erwarb das Gebäude käuflich und restaurierte es in den Jahren 1984 bis 2001 umfassend, an das sich westlich ein Schulraum und ein Wohnraum für den Lehrer anschließt. Beide Gebäudeteile werden heute zur Information und Dokumentation der jüdischen Orts- und Religionsgeschichte genutzt.
Während der Führung durch Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft erfuhren die Frauen viel Neues über das Glaubensleben einer jüdischen Gemeinde.
Da gab es z. B. eine handgeschriebene Thorarolle mit den 5 Büchern Mose, die in einem nachempfundenen Thoraschrein aufbewahrt wird. In der Mitte des Raumes befand sich der Platz für das Lesepult.
Die Empore, auf der Frauen an den Versammlungen teilnehmen durften, ist nicht mehr vorhanden. Anhand von Zeichen und Spuren an den Wänden und am Boden war ihr ehemaliger Platz deutlich zu erkennen. Im Gegensatz zu uns Christen gilt im jüdischen Glauben: Nur wenn mindestens 10 Männer anwesend sind, kann ein Gottesdienst gefeiert werden. Die Anzahl der anwesenden Frauen spielt dabei keine Rolle.
In einem kleinen Vorraum befand sich die Mikwe, ein Tauchbad mit fließendem Wasser für Waschungen bei ritueller Unreinheit, die im Jahre 2008 wieder freigelegt wurde.
In dem angrenzenden ehemaligen Schulraum, in dem sich jetzt ein kleines Museum befindet, werden viele weitere Dinge gezeigt, die bei Gebeten und gottesdienstlichen Handlungen Verwendung fanden. So lernten die Frauen die „Menora“, den siebenarmigen Leuchter kennen, der als religiöses Symbol für das Judentum gilt und sich auch im Staatswappen Israels wiederfindet. Dazu wurde der neunarmige Leuchter, die „Chanukka“ gezeigt. Ein „Schofar“, das Widderhorn, und Gebetsschals vervollständigten neben vielen weiteren Dingen die umfangreiche Sammlung kultischer Gegenstände des jüdischen Glaubens.
Diese Eindrücke wirkten auch noch nach, als die Frauen sich anschließend in der Petri-Kirche der ev. Kirchengemeinde Petershagen versammelt hatten. Mit einer Andacht, gehalten von Pfarrer Rethemeier, traten die Frauen die Heimreise nach Haddenhausen und Rothenuffeln an.