Jesus Christus ist das Zentrum unserer Gemeinde.
Hier sind wir zu Hause.
Wir wollen Gott die Ehre geben und mit unseren Gaben Menschen zur Nachfolge Jesu einladen. Leitbild der Kirchengemeinde

Wo viel Träume sind,
da ist Eitelkeit und viel Gerede;
darum fürchte Gott!
Prediger 5,6

Ich weiß es noch wie heute: „Äh, äähh, ääähhh!“
Mein kleiner Sohn war auf der Suche nach einer passenden Unterhaltung für seine ach so gelangweilten Eltern fündig geworden.
Sein ausgestreckter Zeigefinger wies unterstützend in fast senkrechtem Winkel nach oben. Wohnzimmerschrank, 4. Etage.
Da steht sie, die kleine Dose mit dem Pusteröhrchen.

Und wenn Papi dieser autoritären Erziehung jetzt nicht Folge leistet und ins Röhrchen pustet, drohen härtere Zwangsmaßnahmen. Also eingetunkt und reingeblasen. Vor staunenden Kinderaugen verwandeltet sich das Wohnzimmer alsbald in ein Meer bunt schillernder Seifenblasen, die gemächlich nach unten schweben.
Jetzt beginnt für meinen Sohn eine spannende Jagd.
Einmal eine Seifenblase einfangen. Einmal nur eine Luftblase festhalten. Immer wieder schnappen die kleinen Kinderhände zu. Und immer wieder packen sie ins Leere. Was man sicher zu haben glaubte, ist plötzlich einfach weg...

Träume können etwas Schönes sein. Wenn ich an die Schule zurückdenke, dann sind die Träume während des Unterrichts die prägendsten Erlebnisse, die größten Reichtümer, die ich aus den Lernbunkern herausschmuggeln konnte.
Der Mensch ist arm, der keine Träume hat, keine Wünsche.

Aber was, wenn wir nur Seifenblasen anpeilen? Immer wieder hinterherrennen, zupacken, aber im Augenblick, wo wir unsere Träume zum Greifen nahe haben, sind sie plötzlich weg, geplatzt, wie so eine Seifenblase.
Und wer bewahrt uns davor, Schaumschlägern hinterherzulaufen?

Eigentlich lebt unsere Gesellschaft von dem Seifenblasenprinzip. Die ganze Werbung bläst kräftig ins Röhrchen.
Bei jeder Wahl bläst auch die Politik schwarze, gelbe, grüne, rote und braune Seifenblasen über das Volk.
Im Kino und auf Video werden uns Illusionen verkauft. Wir selber blasen wohl auch kräftig mit.
Und manchmal sehen wir die Wirklichkeit nicht mehr vor lauter bunt schimmernder Seifenblasen.

Eigentlich stört mich die bunte Welt der Seifenblasen nicht. Gefährlich wird’s nur, wenn wir zupacken wollen, wenn es ums Handfeste geht. Gefährlich wird es, wenn ich denke, ich hätte was, ich hätte viel, aber in Wirklichkeit habe ich gar nichts und packe da, wo ich zupacken will, ins Leere.

Kann es sein, dass wir unser Leben an Illusionen aufhängen?
Und wenn, wie kann ich das verhindern?

„Fürchte Gott“, sagt Salomo, der weise König Israels.

Ein komischer Rat. Aber ich merke in meinem Leben immer wieder den Finger Gottes, der in die Seifenblasen sticht, die mir die Welt bedeuten, an denen ich mein Leben hänge, denen ich hinterherhechele.
Gott zerstört meine Träume und manchmal bin ich ihm deswegen richtig sauer.

Aber andererseits, was hätte ich davon, einer Illusion hinterherzuleben. Gott bringt mich auf sicheren Boden zurück. Gott fürchten heißt auch, sich davor fürchten, dass er meine Träume vielleicht platzen lässt, aber trotzdem das eigene Leben, die Perspektiven und Zielvorstellungen immer wieder unter sein Urteil zu bringen.

Im Letzten darauf zu vertrauen: Gott meint es gut mit mir.

Herzlichst
Ihr Thomas Ehlert