Jesus Christus ist das Zentrum unserer Gemeinde.
Hier sind wir zu Hause.
Wir wollen Gott die Ehre geben und mit unseren Gaben Menschen zur Nachfolge Jesu einladen. Leitbild der Kirchengemeinde

„Da ist der Wurm drin . . .“, so sagt man, wenn etwas immer wieder nicht funktioniert. In meinen Schuhen ist kein Wurm drin, sondern ein Knoten, aber es kommt auf das Gleiche raus. Zuschnüren geht dabei noch, aber entschnüren, das führt zu weiterem Knotenchaos, das geht irgendwie nicht mehr reibungslos.
Es läuft nicht mehr wie am Schnürchen. Der eine Knoten führt beim Öffnen zu weiteren Knoten. Irgendwie verhakt und verheddert sich das Schuhband, dann muss ich genervt entknoten, bis es wieder geht.
Wenn erst einmal der Wurm (der Knoten) drin ist, dann gibt es kein Entkommen mehr. Längst ist der Ursprungsknoten so eingezogen, dass ich ihn nicht mehr auseinander pfriemeln kann. Eine „Lösung“ gibt es nicht.
An den Gordischen Knoten muss ich denken, den keiner entwirren konnte. Dem, der das schaffte, wurde ein großes Reich versprochen. Der Legende nach löste Alexander der Große das Problem auf seine Art, in dem er den Knoten mit dem Schwert zerschlug. Die Redewendung, den Knoten zerschlagen, hat hier ihren Ursprung.
Wäre das eine Lösung für mein Schuhwerk? Aber dann wäre das Schnürband kaputt. Richtig binden ließe sich der Schuh nicht mehr, und ich würde wortwörtlich aus den Latschen kippen.
Kleiner Knoten – große Wirkung!

Warum erzähle ich Ihnen das?

Weil meine Schuhprobleme ein Bild für unsere Lebensprobleme sind.
Weil der Schuldknoten drin ist in meinem Lebensfaden, verwirrt es sich immer wieder und immer wieder neu. Das Grundproblem sorgt für immer wieder neue Probleme und Verstrickungen. Haben wir den einen Knoten mühsam gelöst, entwickelt sich an dem alten, festgezurrten, unlösbaren Knoten direkt wieder eine neue Baustelle. Wir lösen dauernd irgendwelche Lebensknoten, aber das Problem lösen wir nicht.
Ich kann ein Lied davon singen, dass es nicht viel nützt, den einen Knoten zu entknoten, wenn dann an dem unlösbaren Knoten jedes Mal wieder ein neuer hineingebunden wird. Dabei ist es bei den Schuhen ganz einfach – neue Schnürsenkel müssten her und die Schuhschleife ließe sich wieder reibungslos binden und entbinden.
In diesen Tagen sind wir in der Passions- und dann in der Osterzeit. Manche sagen, am Kreuz geht es um Vergebung der Schuld, und das stimmt irgendwie auch. Aber es geht um mehr. Es geht darum, dass ein Neuanfang möglich wird. Es geht um ein neues Leben, so dass mir der Schnürsenkel meiner Schuldprobleme nicht dauernd auf den Senkel geht. So beschreibt die Bibel Christsein. Nicht immer wieder Schuld entwirren, aufpfriemeln, lösen. Statt dessen neu starten zu dürfen.

Darum:
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Korinther 5, 17)

So beschreibt Paulus den Neuanfang, die Erneuerung, das neue Leben, das Jesus uns schenken will. Das ist das, was Jesus in wunderbarer Weise an Karfreitag und Ostern möglich gemacht hat. Der Knoten ist geplatzt.

Mein Tipp: Machen Sie sich den Knoten ins Taschentuch, um sich daran zu erinnern.

Herzlichst Ihr
Pfr. Thomas Ehlert
(aus dem Gemeindebrief 1/2017)